Anna
Maßstab: 1:12,5 / Länge: 96 cm
Kapitän Franz Scheriau besitzt ein museales Sammelsurium an historischen Schiffen, das auf der Donau in Wien besichtigt werden kann. Eines dieser Schiffe ist die Anna (jetzt „Ana“ ),Baujahr 1894.


Dazu mietete ich die Anna für eine Familienrundfahrt auf der Donau mit Charly Minke als Kapitän und konnte dadurch auch Details im Inneren dokumentieren.

Die Anna holt uns zur Rundfahrt ab.
Beispielfoto der Dampfanlage
Das Modell
Herbert besaß den Rumpf und die Dampfmaschine einer Dampfbarkasse (Alexandra?) von Krick und ersuchte mich, daraus ein funktionsfähiges Modell zu bauen. Da der Rumpf mit einigen Änderungen von den Proportionen her zur Anna passte, machte ich viele Fotos vom Original als Basis für meinen Umbau.
Für die Anna musste das Spiegelheck umgebaut werden und bekam ein vorbildgetreues rundes Heck samt Kielverlängerung. Der Rumpf ist damit knapp einen Meter lang.



Bei der mitgelieferten Dampfmaschine handelt es sich um die Originalanlage aus den 70er Jahren, die damals von Wilesco für Krick gefertigt wurde. Mit doppeltwirkenden zwei Zylindern und einem Zentralventil für Drosselung bzw. Vor – Stopp – Zurück schien die Sache nicht sehr problematisch.
Allerdings musste ich wegen des stehenden Kessels auf das Gewicht der Aufbauten achten, wie sich beim ersten Badewannentest herausstellte, bei dem nur mein rasches Eingreifen das Kentern verhinderte, Also wanderten ca. 800 g Bleischrot in den Rumpfboden.
Das Anheizen der Anlage in der Werkstatt versprach im Leerlauf eigentlich recht guten Erfolg, doch beim Betrieb im Wasser schlich die Anna recht langsam umher. Offenbar hatten die Kolben in den Zylindern zu viel Spiel, und ein Teil der Dampfkraft verdrückte sich neben den Kolben zum Auspuff.
Beim Bemühen, dem Kessel zu höherer Leistung zu verhelfen, wurden am Kesselboden über dem Gasbrenner bogenförmige Siederohre eingelötet. Was aber beim ohnedies weichgelöteten Kessel nur wieder mit Weichlot möglich war, und in der Folge zu Undichtheit führte.
Bei Modellbau Kirchert erstand ich eine einfachwirkende Vierzylindermaschine (Kommissionsware) und baute dafür einen passenden Liegekessel. Mit Rauchrohr, Siederohren und einem kleinen Rothenbergbrenner hoffte ich auf Erfolg. Doch das Rauchrohr war zu dickwandig und vom Durchmesser her zu klein, auch die Maschine hatte nicht das passende Leistungsgewicht.
Bild: Mein Freund Jo mit der modifizierten Anna und der Delle im Rumpf links von der rechten Stütze.
Der Versuch „mehr Hitze – mehr Leistung“ begann trotz Zusatzisolierung sogar den Tiefziehrumpf zu verformen. Bei der Propellerleistung kam das auch nicht wirklich an.
Ich wollte die Anna aber fahren sehen und so baute ich kurzerhand die Dampfanlage aus und einen Elektroantrieb ein.


Endlich zeigten sich Wellen an dem schnittigen Rumpf.
Nach der erfolgreichen elektrischen Fahrt wollte Herbert aber seine Anna wieder mit der Original Dampfanlage zurückhaben, und so baute ich diese wieder ein, nachdem die Lötstellen im Kessel ausgebessert waren.


Anna auf Herberts Arbeitstisch.
GJS 05/2009

